Jan Schöni

Werbung auf Google ist unbestritten wirkungsvoll und ein bewährter Weg, Dein Angebot oder Deine Marke rasch im Internet bekannt zu machen. Eine Google Ads-Kampagne kann aber ganz schön ins Geld gehen. Deshalb die Frage: Gibt es vielleicht auch eine Möglichkeit, kostenlos Google Ads zu schalten?

Ja, die gibt es, und ich erkläre Dir in diesem Blog-Post die Möglichkeit, wie Du als gemeinnützige Organisation über das Ad Grants-Programm von gratis Werbung auf Google profitieren kannst. Und auch wenn Du keine NPO bist, kannst Du dennoch einige hundert Franken an Werbe-Budget von Google erhalten – dazu gleich im Anschluss mehr.

Google Ads kurz erklärt

Zuvor aber noch kurz eine Erklärung, worüber wir hier eigentlich sprechen: «Google Ads» (früher: Google AdWords) gehört grundsätzlich zum sogenannten «Paid Advertising». Es ist das Angebot von Google, kleine Annoncen mit Deiner Werbung bei relevanten Suchresultaten anzuzeigen. Wobei «Angebot» etwas kurz greift: Für den Suchmaschinen-Giganten aus Mountain View, Kalifornien, sind Google Ads DIE Einnahmequelle schlechthin. Jedes Jahr macht Google aufs Neue mehr Geld mit seinen Online-Anzeigen – 2021 waren es über 200 Milliarden US-Dollar.

«Paid Advertising» bedeutet, dass Du bezahlen musst, damit Google Deine Werbung anderen Usern im Web anzeigt. Drehst Du den Geldhahn ab, dann werden keine neuen Anzeigen mehr geschaltet. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie Du für Werbung auf Google bezahlst, genau so wie Du auch aus unterschiedlichen Werbe-Arten wählen kannst. Mehr dazu in unserem Blogpost: «Google Ads: Ein Leitfaden für Einsteiger».

Du willst jetzt also wissen, wie Du gratis zu Werbe-Budget für Google Ads kommst. In den folgenden zwei Fällen kommt Dir Google entgegen, und verschenkt die ansonsten kostenpflichtige Werbung. Gerne erkläre ich Dir nun, unter welchen Umständen Du davon profitieren kannst.

Option 1: Google Ad Grants

Die erste Option, wie Du gratis zu Google-Werbeguthaben kommst, ist, wenn Du Deine Organisation für «Google Ad Grants» qualifizierst. Dies ist leider nicht bei allen Unternehmen der Fall, bietet aber grossartige Möglichkeiten. Ich spreche dabei von einem umfangreichen «Freebie», welches uns Google zur Verfügung stellt.

Was sind Google Ad Grants?

Gemeinnützige Organisationen können unter dem Angebot «Google für Non-Profits» verschiedene Angebote in Anspruch nehmen. Eines davon sind die sogenannten Ad Grants, wo unglaubliche 10’000 Franken Werbeguthaben winken – und zwar monatlich. Das ist eine substanzielle Summe, mit der Du Deine Reichweite im Web richtig ausbauen kannst.

Wie kann das meiner Organisation helfen?

Monatlich gibt es auf Google tausende Suchanfragen, von denen Deine gemeinnützige Organisation profitieren könnte. Überlege Dir gut, welches Ziel Du mit deiner Anzeigenschaltung erreichen möchtest. Hier eine Auflistung von zielführenden Möglichkeiten:

  • Mehr Spenden sammeln
  • Freiwillige Helfer:innen gewinnen
  • Sichtbarkeit und Bekanntheit steigern
  • Leads sammeln (z.B. über eine Newsletter-Anmeldung)
  • Produkte verkaufen, deren Erlöse vollständig dem gemeinnützigen Zweck zugutekommen

Wenn Du als gemeinnützige Information gerne Unterstützung beim Umsetzen Deiner Google-Kampagne hättest, kannst Du uns natürlich auch jederzeit kontaktieren.

Wer kann von Google Ad Grants profitieren?

Bei Google Ad Grants geht es um substanzielle Summen – und entsprechend gibt es klare Vorgaben, wer überhaupt davon profitieren kann. Um das Werbeguthaben von Google zu erhalten, muss Deine Organisation deshalb folgende Bedingungen erfüllen:

  • Deine Organisation ist steuerbefreit
  • Sie ist gemeinnützig und nicht gewinnorientiert
  • Es ist keine Schule, Bildungseinrichtung oder Universität
  • Es ist kein Krankenhaus und keine Gesundheitsorganisation (gemeinnützige Zweige von Gesundheitsorganisationen sowie mit Letzteren verbundene Stiftungen ausgenommen)
  • Es ist keine Behörde oder staatliche Organisation

Zur Veranschaulichung der obigen Punkte, habe ich Dir noch sechs Beispiel-Organisationen mitgebracht, die profitieren könnten:

Wie kann ich Google Ad Grants beantragen?

Erfüllt deine Organisation alle obigen Bedingungen, folgt die komplexe Einrichtung, respektive Deine Bewerbung für das Budget. Am besten holst Du Dir dazu einen Google Partner zur Seite, der Dich dabei unterstützt. Um das Werbeguthaben zu erhalten, muss Deine Organisation nämlich mehrfach überprüft werden. Eine Garantie auf Ad Grants gibt es leider keine, da es manchmal mehr Anmeldungen als verfügbare Guthaben gibt. Einen Versuch ist es aber meistens wert.

Falls Du noch unsicher bist, welche Chancen Deine Organisation auf Ad Grants hat, darfst Du mich gerne kontaktieren. Unverbindlich überprüfe ich, ob Deine Organisation alle Bedingungen für das Gratis-Budget von Google erfüllt.

Wann lohnen sich Google Ad Grants nicht?

Es ist selten der Fall, dass sich Google Ad Grants nicht lohnen. Für kleine Organisationen, die über wenig technisches Know-how verfügen, kann die Implementierung jedoch besonders schwierig sein. Denn es müssen zu Beginn bestimmte technische Anforderungen an der Webseite erfüllt werden – wie zum Beispiel die Einrichtung von Conversion Tracking Codes. Auch hier kann ich Dich unterstützen, wenn Du noch Fragen hast.

Gibt es Nachteile im Vergleich zu «normalen» Ads?

Ja, gegenüber den «normalen» Google Ads gibt es durch Ad Grants auch Nachteile. Du musst mit einigen Einschränkungen aus Googles Programmrichtlinien leben. Dies ist allerdings gut möglich und sollte niemanden von der Nutzung des Programms abhalten.

Wichtig zu wissen: Anzeigen über Google Ad Grants werden immer unterhalb der Anzeigen von Google Ads angezeigt. Das ist mit ein Grund dafür, warum Organisationen neben Ad Grants auch das generelle Ad-Programm nutzen.

Welche Anzeigeformate gibt es für Ad Grants?

Wenn Du schliesslich für das Ad Grants-Programm angenommen wurdest, steht Dir das wichtigste und ursprünglichste Google Ad-Format zur Verfügung: Suchanzeigen.

Ein Beispiel der klassischen Suchanzeigen (in Rot)

Das sind Textanzeigen, welche nach einer entsprechenden Suchanfrage erscheinen. Meist oberhalb, manchmal unterhalb der organischen Suchergebnisse. Alle weiteren Typen, wie zum Beispiel Display- oder Shopping-Kampagnen, stehen in Ad Grants leider nicht zur Verfügung.

Wie muss ich mein Google Ad Grants-Konto pflegen?

Wer denkt, nun endlich fertig zu sein hat sich leider getäuscht. Ist eine erste Kampagne eingerichtet, musst Du sie weiterhin im Auge behalten und optimieren.

Ein Google Ads-Konto darf nicht als «Perpetuum mobile» betrachtet werden. Es ist erforderlich, dass sich mindestens einmal pro Monat jemand von der Organisation einloggt. Zudem gibt es gewisse Performance-Kennzahlen, die zwingend erfüllt sein müssen. Ist dies über einen längeren Zeitraum nicht der Fall, wird die Berechtigung für Ad Grants entzogen.

Auch wenn das auf den ersten Blick unnötig streng erscheint: Diese Vorgaben dienen der Optimierung der Gratis-Kampagne. Denn auch bei jeder regulären, selbst bezahlten Kampagne ist es wichtig zu optimieren und gewisse Werte zu erreichen.

Folgende Regeln und Anforderungen gibt es bei Ad Grant-Kampagnen zu beachten:

  • Jede Kampagne braucht ein geografisches Targeting
  • Es müssen pro Kampagne mindestens zwei Anzeigegruppen und zwei Sitelinks aktiviert sein.
  • Es ist notwendig, dass dein Konto eine CTR (Click-Through-Rate) von mindestens 5% erreicht
  • Conversion Tracking muss eingerichtet sein
  • Es sollte eine smarte Gebotsstrategie genutzt werden (z.B. Conversions maximieren)
  • Es dürfen keine 1-Wort Keywords verwendet werden (Es gibt Ausnahmen, wie bspw. den Unternehmensnamen)

Obwohl diese Anforderungen auf den ersten Blick komplex erscheinen, sind sie meistens einfach umsetzbar. Einen konkreten Guide dazu, kann ich Dir dennoch nicht mitgeben. Zu individuell ist jede Organisation und deren Ziele. In den meisten Fällen kann deshalb die Hilfe von Spezialisten dazu beitragen, die Leistung und Effizienz der Kampagne zu steigern.

Option 2: Ein neues Google-Ads Konto eröffnen

Du hast Dir jetzt die Voraussetzungen für die Google Ad Grants durchgelesen und bist etwas ernüchtert – denn Du qualifizierst nicht fürs Gratis-Werbeprogramm? Noch besteht die Möglichkeit auf zumindest einen Werbe-Boost von Google.

Eröffnest Du ein neues Konto bei Google Ads, kannst Du Dich über einen kleinen «Batzen» freuen. Sozusagen als Willkommens-Geschenk werden aktuell 400 Franken Deiner Werbeausgaben von Google bezahlt.

Lediglich folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Das Konto muss neu aufgesetzt sein
  • Innerhalb von 60 Tagen musst Du Ads im Wert von über 400 CHF schalten

Das heisst also, Du investierst die ersten 400 CHF aus der eigenen Tasche in Google-Werbung, erhältst dann aber zusätzlich einen Gutschein über 400 CHF und kann somit für einen Wert von 800 CHF Anzeigen schalten.

Das ist ein solides Werbeangebot, und um es zu erhalten, musst Du gar nicht viel tun. Wenn Dein Account mit dem eines Google Partners wie uns verknüpft ist, wird Dir das Guthaben automatisch angerechnet. Dass sieht dann wie folgt aus:

Google Gutschrift

 

Nun denkst Du: «Na, dann eröffne ich einfach alle paar Wochen ein neues Google Ads-Konto». Das würde zwar funktionieren, und dennoch rate ich Dir davon ab. Erstens solltest Du Dir überlegen, ob der Aufwand, alles neu aufzusetzen, nicht zu gross ist für die erhaltene Summe. Und zweitens: Ein neues Konto geht mit dem Verlust der wertvollen «Machine-Learning» Fortschritten einher und lohnt sich deshalb nicht. Denn Deine Google Ads werden effektiver, je öfter sie ausgespielt werden – die Suchmaschine lernt aus den vergangenen Kampagnen.

Fazit: Google macht den Ads-Einstieg einfach

Für Nonprofit-Organisationen kann der grosszügige Werbebatzen von Google einen grossen Unterschied bei ihrer Online-Arbeit machen. Auch hier gilt es, die Chancen und Möglichkeiten abzuklären. Wir bei cubetech haben diverse Unternehmen und NPOs bei ihrer Search Engine Advertising Strategie beraten. Wir würden uns freuen, auch Dich auf diesem Weg zu begleiten – kontaktiere uns, wenn Du Fragen hast, ganz einfach und unverbindlich.

Auf jeden Fall würde ich allen neuen Nutzenden von Google-Werbung empfehlen, den 400 Franken Gutschein einzulösen. Damit lässt sich vor allem Recherche betreiben und einige Werbemassnahmen ausprobieren – sozusagen ein Testballon starten. Kleine und mittlere Unternehmen budgetieren monatlich rund 1’000 – 10’000 Franken für Werbung auf Google.

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