Design Thinking – die Innovations-Methode von dem jeder zu reden scheint. Die Lösung für jedes Problem, in jeder Lage. Doch kaum einer weiss wirklich was Design Thinking ist.

Wird von Design Thinking gesprochen, geht stets ein anerkennendes Nicken durch die Menge. Doch sobald genaueres gefragt wird, stehen grosse Fragezeichen in den Augen der Beteiligten.

 

Daher erkläre ich für alle jene, die wie ich, bis vor kurzem auch nicht genau wussten was Design Thinking ist, in kürze die wichtigsten Punkte.

 

 

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist eine Innovationsmethode, die in allen Lebensbereichen angewendet werden kann. Das heisst nicht nur in einer Agentur oder im grafischen Bereich. Solange irgendwo ein Problem besteht, kann dies mit der Design Thinking Methode gelöst werden.

Einfach gesagt ist Design Thinking ein Prozess, der verfolgt werden kann, wenn eine Lösung für ein bestehendes Problem gesucht wird.

 

 

Was braucht man für Design Thinking?

Für ein erfolgreiches Design Thinking sind vor allem zwei Dinge nötig:

  • Ein Multidisziplinäres Team. In dem unterschiedliche Menschen aus anderen Berufsrichtungen, unterschiedlichen Geschlechtern und unterschiedlichem Alter aufeinandertreffen, erhöht sich die Chance einer innovativen Idee. Das Team durchbricht so einfacher die gewöhnlichen Muster und legt den Grundstein für ein neues Konzept.

 

  • Ein offener Raum. Um sich richtig ausleben zu können, sind grosse, offene und helle Räume mit vielen Möglichkeiten zum arbeiten von Vorteil. Es ist sehr wichtig, dass sich die Beteiligten im Raum wohl fühlen und ohne Hindernisse arbeiten können. Eingeschränkte Räume schränken auch den Design Thinking Prozess ein.

 

 

 

Design Thinking Prozess

 

Prozess:

Alle Schritte des Design Thinking Prozesses sind iterativ miteinander verbunden und laufen nicht in einer klassischen Reihenfolge ab. Es ist immer wieder möglich und sogar erwünscht zurück zum letzten Schritt zu gehen.

 

Schritt 1 Verstehen:

Zuerst wird abgesprochen, ob alle das Problem/die Aufgabe gleich verstanden haben und vom gleichen ausgehen. Sollte dies nicht der Fall sein, wird ein Standpunkt für alle definiert und beschrieben. Die Zielgruppe wird erstellt und Massstäbe werden gesetzt.

 

Schritt 2 Beobachten:

Nun wird recherchiert. Was gibt es bereits? Was wurde schon herausgefunden? Worauf muss geachtet werden?

Danach widmet man sich dem Zielpublikum. Anhand von Interviews wird herausgefunden, was die Bedürfnisse der User sind und welche Wünsche und Erwartungen sie haben. Dies wird alles dokumentiert.

 

Schritt 3 Standpunkt:

Bei diesem Punkt geht es darum die gesammelten Erkenntnisse auszuwerten, zu interpretieren und zu gewichten. Das Ziel ist eine gemeinsame Wissensbasis für das Team zu erstellen, wo alle relevanten Fakten von den nicht relevanten unterschieden werden.

 

Schritt 4 Ideen finden:

Das Team soll möglichst schnell möglichst viele Ideen produzieren. Oft wird hier die Brainstorming-Methode verwendet. Wichtig ist bei diesem Schritt, dass während dem Prozess die Ideen nicht gewertet oder diskutiert werden. Dies geschieht erst am Ende der Ideenfindung.

 

Schritt 5 Prototypen entwickeln:

Beim Prototypen geht es darum eine Idee möglichst früh sichtbar zu machen, damit ein Feedback erhalten werden kann. Das Ziel eines Prototypen ist nicht ein perfektes Abbild der Lösung zu kreieren. Sonder die Schwächen und Stärken der Idee zu zeigen, um zu wissen, woran man weiterarbeiten muss.

 

Schritt 6 Testen:

Beim letzten Schritt geht es darum die Idee zu testen. Am Besten funktioniert dies, wenn man den Prototypen einem potenziellen Nutzer zum testen gibt. Dadurch wird klar, welche Teile der Idee noch verbessert werden müssen und welche bereits gut funktionieren.

 

So einfach funktioniert der Design Thinking Prozess. Idealerweise erhält man am Ende des Prozesses eine Lösung, welche das Problem vollumfänglich abdeckt und erfolgversprechend ist.

 

 

Beispiel eines Erfolgreichen Design Thinking Prozesses:

 

Design Thinking ist nicht einfach nur so ein Trend, der viel verspricht und nichts leistet. Es gibt viele bekannte Unternehmen, welche mit der Design Thinking Methode arbeiten und erfolg hatten. Hier ein Beispiel zu AirBnB:

2009 war AirBnB ein New Yorker-Start up, welches Startschwierigkeiten hatte. Bis dahin dachte das Unternehmen, sie könnten alle Probleme mit Code lösen. Einestages entschieden sie sich die Design Thinking Methode auszuprobieren. Durch den Design Thinking Prozess bemerkten Sie, dass ihr eigentliches Problem die schlechten Bilder der Kunden auf ihrere Website waren. Die Lösung für dieses Problem war schlussendlich sehr simpel. Ein Mitarbeiter von AirBnB nahm seine Kamera und besuchte verschiedene Wohnungen in New York und fotografierte sie. Schon kurze Zeit später hatten sie mit ihrer Website erfolg und schon viel mehr Reservierungen.

 

 

AirBnB Website 2008
So sah die AirBnB Website 2008 aus. – Quelle: https://www.kapwing.com/museum-of-websites/airbnb

 

 

Weitere Unternehmen die mit Design Thinking erfolg hatten:

  • Apple
  • Google
  • Nike
  • Braun
  • Pepsi Cola
  • Bank of America
  • Deutsche Bank

 

Hast auch du Erfahrungen mit der Design Thinking Methode gemacht? Wenn ja, welche und wie war das Ergebnis?