Kevin Kyburz
Kevin Kyburz

Wer „Suchmaschinen-Optimierung“ sagt, muss (neu) auch «E-A-T» sagen: Der neue Ranking-Algorithmus von Google hält die SEO-Welt auf Trab und stellt veraltete Marketing-Strategien auf den Kopf.

Doch was hat es mit Google EAT genau auf sich – und wie kannst Du Dich damit in eine Spitzen-Position bei den Suchergebnissen bringen?

Im folgenden Artikel erklären wir Dir, was E-A-T ist und was genau es mit den verwandten Begriffen „Your Money or Your Life“ (YMYL), Content-Marketing und natürlich mit SEO zu tun hat.

Wofür steht die Abkürzung E-A-T?

E-A-T steht im Zusammenhang mit SEO für «Expertise, Authoritativeness and Trustworthiness», was auf Deutsch übersetzt «Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit» bedeutet.
E-A-T hat also nicht primär mit Essen zu tun, auch wenn dabei – wie bei einem Buffet – mehrere verbundene Komponenten für den Erfolg massgebend sind.

Was hat E-A-T mit Google und SEO zu tun?

E-A-T ist eine der diversen Richtlinien, die Google verwendet, um festzustellen, ob der Inhalt für potenzielle Leser wertvoll ist. Wird der Content von der Google-Suchmaschine als hochwertig und brauchbar empfunden, wird er in der Folge für entsprechende Suchanfragen eine höhere Platzierung im Ranking erhalten.

Die erste Erwähnung von E-A-T erfolgte übrigens 2014, als Google das Konzept in seine «Search Quality Evaluator Guidelines» aufnahm. Seit damals werden die sogenannten «Google Quality Raters» angewiesen, bei Content auf folgende Punkte zu achten:

  • Die Expertise des Erstellers des Inhalts.
  • Die Autorität des Erstellers des Inhalts, des Inhalts selbst und der Website.
  • Die Vertrauenswürdigkeit des Verfassers des Inhalts, des Inhalts selbst und der Website.

Kurz gesagt: E-A-T weist auf Faktoren von Qualität und Glaubwürdigkeit einer Website hin. Die darauf publizierten Inhalte sollen für ihre Leser damit überdurchschnittlich hilfreich sein.

Ist E-A-T ein Rankingfaktor?

Technisch gesehen ist E-A-T kein Rankingfaktor. Jedoch können sich diverse Faktoren einer E-A-T Optimierung auf die Platzierung in der Google-Suche auswirken.

Das klingt jetzt vielleicht etwas verwirrend – lass‘ uns kurz erklären:

E-A-T ist ein Teil der «Search Quality Evaluator Guidelines» von Google. Die Suchmaschine bestimmt mit diesen Leitlinien, welche im Internet publizierten Inhalte als besonders hochwertig eingestuft werden.

Stufen die «Google Quality Raters» (Kurz: „Rater“) einen bestimmten Inhalt als hochwertig ein, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlicher Inhalt von der selben Webseite auch höher im Ranking eingestuft.

Hierbei sollten wir vielleicht anmerken, dass die Google Quality Raters nicht alle Webseiten auf dieser Welt noch einmal anschauen, bevor es Änderungen am Algorithmus gibt. Jedoch fliesen die Erkenntnis dieser Personen anhand der besuchten Seiten in den Algorithmus ein und beeinflussen demnach dein Ranking nach einem Update.

Wie berechnet Google die Glaubwürdigkeit eines Autors?

Kurze Antwort: Per Algorithmus (natürlich).

Etwas genauer: Google selbst weist in einem seiner Patente auf diverse Faktoren hin, mit denen es die Glaubwürdigkeit (Reputation-Score) eines Autors ermittelt.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Dokument sind:

  • Ein Autor kann für unterschiedliche Themen eine andere Reputation besitzen. Diese Reputation-Scores unterscheiden sich je nach Anzahl der Inhalte, die ein Autor zu einem bestimmten Thema publiziert hat.
  • Der Reputation-Score eines Autors ist nicht an eine bestimmte Plattform gebunden und wird auch zu neuen Publishern übertragen.
  • Der Reputation-Score basiert auf zwei oder mehr Sub-Scores, die jeweils eine eigene Qualität bewerten. Abzüge gibt’s beispielsweise, wenn Duplikate von Inhalten auftauchen oder identische Texte mehrfach veröffentlicht werden.

Und noch ein wichtiges Wort: «Fame» – Ruhm. Werden die Inhalte eines Autoren von diversen unabhängigen Stellen zitiert oder verlinkt – sogenannte Backlinks – steigt der „Fame“ und damit auch der Reputation-Score eines Autors.

Prüfe die folgende Checkliste, um deinen Reputation-Score zu optimieren:

  • Wie lange produziert der Autor bereits Content zu einem bestimmten Themenbereich?
  • Wie hoch ist der Bekanntheitsgrad des Autors? («Fame»)
  • Wie gut – falls überhaupt – wurden die veröffentlichten Inhalte durch andere Nutzer oder durch „Rater“ bewertet?
  • Wie hoch ist die Anzahl der bereits veröffentlichten Inhalte des Autors?
  • Wie lange ist die letzte Veröffentlichung des Autors her? (kürzer = besser)
  • Wurden die Inhalte des Autors bereits von einer Plattform / einem Publisher mit viel Prestige und guten Bewertungen veröffentlicht?

Mit den oben genannten Fragen lässt sich eruieren, welche Schritte für einen höheren Reputation-Score eines Autors unternommen werden können.

Weshalb ist E-A-T so wichtig für SEO?

«Erstelle hochwertigen Content»: Wer eine Webseite betreut oder im digitalen Marketing arbeitet, kennt diese simple Anweisung. Da stellt sich jedoch die Frage: Wie sieht „hochwertiger“ Content aus – zumindest in den Augen der Suchmaschine?

Zum Glück liefert Google gleich selbst einige Richtlinien, an denen gemessen wird, wie „gut“ Inhalte sind.

Die wichtigsten Punkte sind, zusammengefasst:

  • Content, der auf einer Webseite zu finden ist, soll dem Nutzer/Besucher helfen
  • Der Inhalt soll, wenn möglich, von einem Experten erstellt werden
  • Der Inhalt soll regelmässig aktualisiert werden, damit er auf dem neusten Stand bleibt
  • Der Content soll von einer anerkannten Webseite publiziert werden
  • Der Autor sowie die Webseite müssen vertrauenswürdig sein

Google merkt dazu an, dass «Experte» kein geschützter Begriff ist oder zwingend mit einem Hochschul-Diplom zusammenhängt. Vielmehr wird hierbei von der Suchmaschine in Erfahrung gebracht, ob die Person erwiesenermassen Ahnung in dem Feld hat, über das sie Content schreibt.

Gleichzeitig straft Google Webseiten ab, die Inhalte verbreiten, welche der Suchmaschine nicht genehm sind. Dazu gehören diskriminierende Inhalte oder das nachweisliche Verbreiten von Falschinformationen. Auch zu ihren «No-Gos» hat Google eine Übersicht erstellt.

Dies sind also einige der Faktoren, die Google verwendet, um in den Suchresultaten vornehmlich „vertrauenswürdigen“ und „hochwertigen“ Content als Ergebnis anzuzeigen.
Ob Google damit Erfolg hat, wird an den Besuchern auf der Webseite gemessen: Eine lange Verweildauer auf den angezeigten Seiten bedeutet, dass Nutzer die für sie relevante Information auf den ersten Klick gefunden haben.

Aus diesem Grund spielt E-A-T eine grosse Rolle für SEO.

Was hat «Your Money or Your Life» (YMYL) mit E-A-T zu tun?

Auch wenn E-A-T grundsätzlich für alle Webseiten eine Rolle spielt, sind es speziell die sogenannten «YMYL»-Seiten, die von Google mit Argusaugen beobachtet werden.

Denn „Dein Geld – Dein Leben“-Inhalte sind besonders heikel: Google möchte auf jeden Fall verhindern, dass Nutzern erheblicher Schaden an Leib und Leben entsteht, falls die Informationen auf einer Webseite nicht stimmen.

So sollte nur ausgebildetes medizinisches Personal Ratschläge zu Gesundheit und Therapien machen dürfen und nicht ein branchenfremder Busfahrer oder Banker. Google achtet bei diesen Webseiten noch einmal stärker darauf, wer der Autor eines Beitrages ist und ob bei dieser Person Fachwissen vorhanden ist. Deshalb ist es wichtig, dass auf Webseiten mit YMYL-Inhalten klar steht, wer der Verfasser eines Textes ist.

Google gibt innerhalb ihrer «Quality Rater Guidelines» folgende Beispiele für Seiten an, die als YMYL Webseiten zählen:

  • Nachrichten und aktuelle Ereignisse: Nachrichten über wichtige Themen wie internationale Ereignisse, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Technologie usw. Denke daran, dass nicht alle Nachrichtenartikel unbedingt als YMYL gelten (z. B. sind Sport, Unterhaltung und Themen des täglichen Lebens im Allgemeinen nicht YMYL).
  • Politik, Regierung und Recht: Informationen, die für die Aufrechterhaltung einer informierten Bürgerschaft wichtig sind, wie z. B. Informationen über Wahlen, Regierungsbehörden, öffentliche Einrichtungen, soziale Dienste und rechtliche Fragen (z. B. Scheidung, Sorgerecht, Adoption, Erstellung eines Testaments usw.).
  • Finanzen: Finanzielle Beratung oder Informationen zu Investitionen, Steuern, Altersvorsorge, Krediten, Bankgeschäften oder Versicherungen, insbesondere Webseiten, auf denen man online einkaufen oder Geld überweisen kann.
  • Einkaufen: Informationen über oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Suche oder dem Kauf von Waren/Dienstleistungen, insbesondere Webseiten, die Online-Einkäufe ermöglichen.
  • Gesundheit und Sicherheit: Ratschläge oder Informationen zu medizinischen Fragen, Medikamenten, Krankenhäusern, Vorbereitung auf Notfälle, Gefährlichkeit einer Aktivität usw.
  • Personengruppen: Informationen oder Behauptungen in Bezug auf Personengruppen, einschliesslich, aber nicht beschränkt auf Personen, die aufgrund von Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung, Alter, Nationalität, Veteranenstatus, sexueller Orientierung, Geschlecht oder Geschlechtsidentität gruppiert sind.
  • Sonstiges: Es gibt viele weitere Themen, die mit grossen Entscheidungen oder wichtigen Aspekten des Lebens der Menschen zu tun haben und daher als YMYL betrachtet werden können. Zum Beispiel: Fitness und Ernährung, Wohnungsinformationen, die Wahl einer Hochschule, die Suche nach einem Arbeitsplatz usw.

7 Möglichkeiten, um E-A-T auf Deiner Webseite zu verbessern

Du weisst jetzt, weshalb E-A-T eine wichtige Rolle beim Erstellen von Content für Deine Webseite spielt. Nun gebe ich Dir 7 Tipps mit, wie Du Deine Webseite für Google und natürlich Deine Besucher optimieren kannst:

1. Erzähle Deinen Besuchern, wer Du bist

Team Seite Google EAT
Auf unserer cubetech Team Seite wird jeder Mitarbeiter von uns präsentiert.

Natürlich möchte nicht nur Google wissen, wer du bist: Auch deine Besucher möchten gerne die Person hinter den Inhalten kennenlernen. Um das Vertrauen Deiner Besucher in dich, dein Unternehmen oder deinen Blog aufzubauen, ist es wichtig für Dich, eine „Über uns“- oder eine „Team“-Seite zu haben. Dies schafft sofort mehr Verbundenheit mit den Nutzern und macht ein Unternehmen auch sofort menschlicher.

Damit Besucher – und auch Google – wissen, wer einen Inhalt verfasst hat und was seine oder ihre Expertise ist, solltest Du auch Seiten für die Autoren aufsetzen. Hier sollte eine Biografie zum Content Creator stehen, und zudem können dem Besucher alle Beiträge des Autors angezeigt werden.

2. Definiere deine Experten fürs Erstellen von Content

Wie oben erwähnt, sucht Google bei Inhalten nach einem verifizierten Autoren. Im Idealfall baust Du Dir ein Team von Experten auf, bei dem alle Editoren ihren entsprechenden Fachbereich abdecken und so ihr Fachwissen mit der Welt teilen. Besondere Expertise in einem Feld hilft nicht nur dem Autor, sondern auch der Plattform, auf der ein Artikel publiziert wird.

Natürlich kannst Du hierbei für die Erstellung auch auf SEO-Texter zurückgreifen, die Dir helfen, Artikel und Inhalte zu planen und sie gleich umzusetzen. Lass‘ diese Texte dann von der Person gegenlesen und ergänzen, die später mit ihrem Namen dahinter stehen soll.

Um den Kreis zu schliessen, wird der Beitrag unter dem Namen dieses Experten publiziert – so kann diese Person ihre Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (E-A-T) im Internet weiter ausbauen.

3. Mache den Zweck Deines Inhalts deutlich

Wenn Du Content erstellst, sei Dir immer bewusst, was Du damit bezwecken willst.
Möchtest Du informieren, erklären, überzeugen oder etwas beschreiben? Denn niemand mag leere Versprechungen – und wenn ein Blogbeitrag oder eine Landingpage nicht auf den ersten Blick liefert, was ein Titel oder Beitragsbild versprechen, sind die Besucher ganz schnell wieder weg.

Zu diesem Zweck solltest Du immer Titel und Überschriften wählen, aus denen der Zweck des Inhalts klar hervorgeht. Dabei kannst du gerne auch Themen als Fragen formulieren. Für die Leser ist dann ganz schnell klar, dass ihre Frage im Text beantwortet wird.

4. Aktualisiere Deinen Content regelmässig

Aus Erfahrung beträgt die Lebensdauer von Inhalten und Blogs rund zwei Jahre, bevor Google die Relevanz des Inhaltes sukzessive herabstuft und Deinen Inhalt aufs «Abstellgleis» stellt, wo er kaum mehr gefunden wird.

Google liebt aktuellen Content, der regelmässig angepasst und mit sinnvollen Inhalten gefüllt wird. Das ist so, weil viele Daten im Internet sehr flüchtig sind: Beispielsweise ändern Preise von Produkten oder Flugrouten (mehrmals) täglich. Diese Daten müssen entsprechend schnell wieder im Daten-Nirvana verschwinden, da sie obsolet geworden sind und niemandem mehr einen Mehrwert bringen.

Google EAT Aktualität der Beiträge
Für Google sowie den Leser sind aktuelle Inhalte wichtig. Bei einer Suche mit „Elektroauto“ werden deshalb Seiten gezeigt, die aktuellen Inhalt anbieten.

Um den Suchmaschinen zu zeigen, dass dein Content da ist, um zu bleiben, solltest du deine Blogbeiträge regelmässig ergänzen oder anpassen. Dies ist ein wichtiges Signal für Google, dass Dir der Inhalt nach wie vor wichtig und für Leser noch immer relevant ist.

5. Verlinke nur auf Seiten mit hochwertigem Inhalt

Möchtest Du als Experte wahrgenommen werden, dann ist es enorm wichtig, auf hochwertige Seiten zu verlinken, die Deine Thesen, Aussagen oder Behauptungen stützen. Beispiele Dafür sind offizielle Statistiken, Forschungsarbeiten oder wissenschaftliche Studien.

Du kannst auch auf Tweets, Blogposts oder sonstige Beiträge verlinken. Stelle dabei aber sicher, dass der Verfasser ein erwiesener Experte in seiner Branche ist (Stichwort: Autorität).

6. Berücksichtige mehrere Perspektiven

Wenn Du Content wie Blogartikel verfasst, solltest Du wenn möglich diverse Standpunkte berücksichtigen. Für einige mag Deine Meinung die einzig richtige sein, während andere Deine Argumente absolut nicht unterschreiben würden. Hier kann es wertvoll sein, auch Leser mit abweichenden Meinungen abzuholen und im Idealfall auch deren Standpunkt aufzugreifen und zu erläutern.

7. Achte auf Deine Online-Reputation

Als Autor und Experte auf Deinem Feld ist es Deine Aufgabe, Dir einen Ruf aufzubauen und den Standard kontinuierlich anzuheben. Deine Autorität auf einem Feld wächst mit jedem publizierten Content und jeder Interaktion. Deine Expertise in einem bestimmten Thema wird von Google mit der Zeit zusammengezählt.

Achte dabei aber auch darauf, was andere über Dich schreiben. Besonders, wenn jemand versucht, Deine Reputation anzugreifen, solltest du unbedingt darauf reagieren. Um Falschaussagen oder negative Erwähnungen im Netz zu finden, kannst du Tools wie «Google Alerts» oder «Mention» nutzen.

Hilfe beim Schreiben von SEO-Inhalten und Blogposts

Jetzt weisst Du, worauf Suchmaschinen wie Google besonders achten. Ich hoffe, dieser Artikel konnte Dir eine wertvolle Übersicht über die «Dos» und «Don’ts» geben. Damit kannst Du Dich jetzt frisch ans Werk machen und dein persönliches «E-A-T» optimieren!

Natürlich bieten wir Dir auch an, diese Punkte für Dich oder in Zusammenarbeit mit Dir erfolgreich umzusetzen. Ob SEO Optimierungen oder SEO Content: Die Rebels von cubetech stehen dir mit Rat und Tat zur Seite, damit E-A-T für dich tatsächlich zum Leckerbissen wird.

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